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Unsere Zeitzeug*innen

Unsere Zeitzeug*innen
Unsere Zeitzeug*innen
© Marc Fachinger

Seit dem Jahr 2002 durften wir folgende Zeitzeuginnen und Zeitzeugen im Bistum Limburg für Begegnungen und Gespräche mit Schüler*innen begrüßen:

© Marc Fachinger

Als Zeitzeugin bei Zeitzeugenbegegnungen 2002 bis 2011 u.a. in Hochtaunusschule Oberursel, Elisabethenschule Hofheim, St.-Angela-Schule Königstein.

Sie wurde am 31.12.1928 in Grudziądz/Polen (dt. Graudenz) an der Weichsel geboren. Als Kind erlebte sie den Einmarsch der deutschen Wehrmacht und von SS in ihrer Heimatstadt. Im Sommer 1944 wurde sie mit ihrer Familie verhaftet und in das Arbeitslager Potulice gebracht. Im Januar 1945 wurde das Lager evakuiert, Krystyna Kozak überlebte mit ihrer ganzen Familie.

2020 erschien in erster und zweiter Auflage ihr Zeitzeuginnenbericht als Buch. (Vgl. Artikel)

Eine kurze filmische Dokumentation über sie ist zu sehen unter dem link
https://www.youtube.com/watch?v=mSUm38j9It0&t=4s (ab min 10:02)

Krystyna Kozak starb am 21. Mai 2021 in Grudziądz.

© Marc Fachinger

Als Zeitzeuge bei Zeitzeugenbegegnungen vom 4. - 14.10.2014 in der Hochtaunusschule Oberursel, Elisabethenschule Hofheim und Bischof-Neumann-Schule Königstein.

Ignacy Artur Krasnokucki wurde 1925 in einer jüdischen Familie als jüngster von drei Brüdern in Łódź/ Polen geboren. Nach dem Einmarsch der deutschen Wehrmacht in Łódź wurde er mit seinen Eltern ins Ghetto umgesiedelt. Beide starben. Nach einer Razzia im Ghetto im März 1944 wurde Ignacy in ein Arbeitslager nach Częstochowa gebracht. Danach wurde er ins Konzentrationslager Buchenwald deportiert. Nach der Auflösung des Lagers 1945 gelang Ignacy Krasnokucki auf einem Todesmarsch die Flucht.

Ignacy Artur Krasnokucki starb am 9. Mai 2016.

Eine kurze filmische Dokumentation findet sich, wenn Sie diesen link anklicken.

© Marc Fachinger

Als Zeitzeuge bei Zeitzeugenbegegnungen vom 4. - 14.10.2014 in der Hochtaunusschule Oberursel, Elisabethenschule Hofheim und Bischof-Neumann-Schule Königstein.

Geboren am 17.7.1923 in der Nähe von Rzeszów, geht er mit 13 Jahren nach Lodz und beginnt eine Schneiderlehre. Den Kriegsausbruch erlebt er in Lodz. 1941 wird er im Zuge einer Verhaftungswelle gefangen genommen und zur Zwangsarbeit nach Bayern verschleppt. Es folgen eine erneute Inhaftierung und ein Gefängnisaufenthalt in München. Von dort wird er in das Konzentrationslager Mauthausen-Gusen deportiert. Am 5. Mai 1945 wird das KZ Mauthausen durch die Amerikaner befreit. Kazimierz wiegt gerade noch 35 Kilogramm. In den folgenden Wochen wird seine Gesundheit durch die Amerikaner stabilisiert. Nachdem er zu Kräften gekommen ist, tritt er im Herbst 1945 die Rückkehr nach Polen an. Dort findet er die gesamte Familie wieder. Alle haben überlebt. Kazimierz Pietryka heiratet und bekommt mit seiner Frau drei Kinder. Seit 2011 ist er verwitwet. Er hat fünf Enkel und Urenkel. Eine Enkelin arbeitet im Taunus.

© Marc Fachinger

Als Zeitzeugin bei einer Zeitzeugenbegegnung in der Hochtaunusschule Oberusel am 13.7.2016.

Lilo Günzler wurde als Kind einer jüdischen Mutter und eines nichtjüdischen Vaters am 11. Januar 1933 in Frankfurt am Main geboren. Über ihre Erinnerungen an die nationalsozialistischen Verbrechen hat sie lange nicht gesprochen. Erst 60 Jahre nach Kriegsende und Befreiung sprach sie 2005 in der katholischen St. Mauritius-Gemeinde in Frankfurt-Schwanheim öffentlich darüber. „Ich habe 60 Jahre Schweigen gebraucht, um reden zu können“, zitierte die Frankfurter Rundschau Lilo Günzler später einmal.

Seither hat sie dann immer wieder Worte für das Erlebte und Erlittene gefunden und ihre Erinnerungen in dem Buch „Endlich reden“ festgehalten.

Am 11. Februar 2020 ist Lilo Günzler gestorben.

Eine filmische Dokumentation u.a. über ihr Leben findet sich unter dem link
https://www.medien-tube.de/video/Wir-dachten-wir-waeren-geschuetzt/24bb2cc17a9b889f0a08

© Eichendorff-Schule Kelkheim

Als Zeitzeugin bei Zeitzeugenbegegnungen im April und November 2017, u.a. in der Friedrich-Dessauer-Schule Limburg, Elisabethenschule Hofheim, Marienschule Limburg, Jakob-Mankel-Schule Weilburg, Eichendorffschule Kelkheim.

Henriette Kretz wurde am 26. Oktober 1934 in einer jüdischen Familie in der damals polnischen Stadt Stanisławów (heute Ukraine) geboren. Seit 1935 lebte die Familie in der Nähe von Opatów im südöstlichen Polen, wo Henriettes Vater als Arzt tätig war. Nach dem Überfall auf Polen im Herbst 1939 floh die jüdische Familie vor den heranrückenden Deutschen. Henriette kam mit ihren Eltern zuerst nach Lemberg und bald darauf ins benachbarte Sambor. Ihr Vater wurde Direktor eines Sanatoriums für Tuberkulosekranke. Mehrmals gelang es Henriettes Vater seine Familie vor dem Schlimmsten zu bewahren. Immer wieder mussten sie sich verstecken. Henriettes Eltern wurden vor ihren Augen erschossen. Sie selbst konnte sich in einem Nonnenkloster verstecken und überlebte die Zeit des NS-Terrors.

Nach dem Krieg kam sie auf Umwegen nach Antwerpen, studierte Kunstgeschichte und wurde Lehrerin für Französisch in Israel, wo sie insgesamt 13 Jahre lang lebte (1956-1969). 1969 kehrt sie nach Antwerpen zurück.

Henriette Kretz ist verwitwet, hat zwei Söhne und drei Enkel. Sie ist Mitglied des polnischen Vereins "Kinder des Holocaust". Im Dezember 2020 erhielt sie das Bundesverdienstkreuz.

Ihre Erinnerungen hat sie in dem Buch "Willst du meine Mutter sein?" festgehalten.

Filmische Dokumentationen von ihr finden sich u.a. unter dem link
https://www.mdr.de/glaubwuerdig/video-henriette-kretz-glaubwuerdig100.html

© Eichendorff-Schule Kelkheim

Als Zeitzeuge bei Zeitzeugenbegegnungen im November 2017, u.a. in der Peter-Paul-Cahensly-Schule Limburg, Marienschule Limburg, Jakob-Mankel-Schule Weilburg, Eichendorffschule Kelkheim.

Ignacy Golik wurde am 19. Januar 1922 in Warschau geboren. Nach dem Überfall deutscher Truppen auf Polen und der Besetzung Warschaus engagierte sich Ignacy Golik aktiv im polnischen Widerstand. 1941 wurde er zusammen mit seinem Bruder und dessen Frau von der Gestapo verhaftet und in das Pawiak-Gefängnis gebracht. Nach drei Wochen wurde Ignacy ins Konzentrationslager Auschwitz deportiert. Dort arbeitete er in verschiedenen Arbeitskommandos. Im November 1944 wurde Ignacy Golik zuerst ins Konzentrationslager Sachsenhausen und dann nach Barth, ein Nebenlager des Konzentrationslagers Ravensbrück, verlegt. Ignacy Golik überlebte den "Todesmarsch" und wurde in der Nähe von Rostock von den sowjetischen Truppen befreit. Nach der Befreiung kehrte er in seine Heimatstadt Warschau zurück, studierte Journalistik und arbeitete bis 1998 als Journalist.
1964 wurde er nach Frankfurt eingeladen, um als Zeuge im Frankfurter Auschwitz-Prozess auszusagen.

Am 27.Januar nahm er mit einigen hundert Überlebenden an der beeindruckenden 75-Jahr-Feier der Befreiung des Konzentrationslagers Auschwitz teil. (s.u.)

Eine filmische Dokumentation über sein Leben findet sich u.a. unter dem link
https://www.youtube.com/watch?v=JSvD7QONmlY

Gedenkfeier 75 Jahre Befreiung von Auschwitz am 27.Januar 2020

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Auschwitz anniversary - Memorial service held at camp to mark 75 years since liberation

© Matthias Cameran

Als Zeitzeugin beim ersten großen Zeitzeugenprojekt im August 2018, in Begegnung mit Schüler*innen aus 16 Schulen im Gebiet des Bistums Limburg.

Zofia Wareluk wurde am 03.01.1945 im Konzentrationslager Auschwitz-Birkenau geboren. Als ihre Mutter nach dem Warschauer Aufstand inhaftiert wurde, war sie im vierten Monat schwanger. Am 12. August 1944 wurden sie in das Konzentrationslager Auschwitz-Birkenau deportiert. Der Bruder ihrer Mutter kam in Dachau ums Leben. Ihr Großvater starb im KZ Kochendorf am 8. Januar 1945. Ihr Vater kam als politischer Häftling in die Konzentrationslager Natzweiler und Dachau. Er starb kurz nach Kriegsende und ist auf einem Friedhof in München begraben. Zofia verdankt ihr Leben nur der Tatsache, dass Auschwitz am 27. Januar 1945 befreit wurde.

Sie hat zwei Söhne, zwei Enkelinnen und zwei Urenkelinnen. Ehrenamtlich engagiert sie sich im Verein der Überlebenden von Auschwitz-Birkenau.

Im Februar 2018 erzählte sie im polnischen Fernsehen ihre Geschichte, der link zur Sendung findet sich hier
https://pytanienasniadanie.tvp.pl/35748009/zofia-wareluk-kobieta-ktora-przezyla-auschwitz

© Matthias Cameran

Als Zeitzeuge beim ersten großen Zeitzeugenprojekt im August 2018, in Begegnung mit Schüler*innen aus 16 Schulen im Gebiet des Bistums Limburg.

Bogdan Chrześciański wurde am 7. Januar 1945 in Auschwitz-Birkenau geboren. Seine Eltern Henryka und Władysław lernten sich während des Krieges in Warschau kennen. Am 8. August 1944 wurden beide nachts zu Hause verhaftet und nach Auschwitz-Birkenau deportiert. Dort wurden sie getrennt. Der Vater wurde später in das KZ Natzweiler deportiert, wo er am 4. Januar 1945 starb. Seine Mutter war zum Zeitpunkt ihrer Inhaftierung im fünften Monat schwanger.

Bogdan ist verheiratet, hat einen Sohn und einen vierjährigen Enkel.

Eine kurze filmische Dokumentation über ihn findet sich im Zeitzeugenfilm "Wir sind die Zeiten"
https://www.youtube.com/watch?v=wcQpBP6ym5s&t=15s (ab min 03:21)

© Matthias Cameran

Als Zeitzeugin beim ersten großen Zeitzeugenprojekt im August 2018, in Begegnung mit Schüler*innen aus 16 Schulen im Gebiet des Bistums Limburg.

Irena wurde am 29.5.1938 in einer polnischen jüdischen Familie geboren. Sie hatte einen um acht Jahre älteren Bruder. Aus Erzählungen weiß sie, dass sie eine glückliche Familie waren, was auch alte Fotos zeigen. Ihr Vater hatte eine eigene Anwaltskanzlei. Bei Ausbruch des Krieges floh die Familie von Radomsko nach Brody. Im Januar 1942 wurde die Familie gezwungen, ins Ghetto Brody umzuziehen. Irena wurde aus dem Ghetto geschmuggelt und überlebte bei dem Kindermädchen der Familie, Maria Hromiak (diese wurde posthum von Yad Vashem als "Gerechte unter den Völkern" geehrt). Ihre Mutter kam im August 1942 in Bełżec oder Sobibor ums Leben. Ihr Vater und Bruder wurden 1943-1944 von Unbekannten ermordet. Auf Wunsch der Eltern ließ Maria Hromiak Irena katholisch taufen.

Nach dem Krieg studierte sie und unterrichtete an einer Grundschule und einem Technischen Gymnasium Mathematik, Physik und Elektrotechnik.  Seit 2001 ist sie verwitwet. Sie hat drei erwachsene Enkelkinder und eine Urenkelin. Sie ist aktiv im Verein der Kinder des Holocaust in Łódz.
In dieser Funktion sprach sie bei einer Gedenkveranstaltung im März 2018 zum Europäischen Gedenktag an die Gerechten unter den Völkern vor dem gleichnamigen Denkmal in Łódz
https://www.youtube.com/watch?v=uWJbOKKIwS8

© Matthias Cameran

Als Zeitzeuge beim ersten großen Zeitzeugenprojekt im August 2018, in Begegnung mit rund 500 Schüler*innen aus 16 Schulen im Gebiet des Bistums Limburg.

Fryderyk wurde am 13. Mai1927 in Krakau geboren. Dort wurde er im Dezember 1944 verhaftet als Mitglied der polnischen Untergrundarmee Armija Krajova. Seine Haftstationen:

  • Dezember 1944 – Januar 1945 Gefängnis Montelupich in Krakau
  • Februar 1945 Konzentrationslager Groß-Rosen (Häftlings-Nr. 91937)
  • Februar – April 1945 Konzentrationslager Nordhausen-Dora, (Häftlings-Nr. 118077)
  • April 1945 Außenlager Rottleberode
  • April – Mai 1945 Außenlager Heimkehle

Er überlebte den Todesmarsch und wurde am 2. Mai 1945 in Parchim von sowjetischen Soldaten befreit.

Seine Familie besteht aus zwei Töchtern, einem Sohn, vier Enkelkindern und sieben Urenkeln. 1994 starb seine Frau. Nach mehreren Krankenhausaufenthalten 2019 erholte er sich nicht mehr richtig.
Am 7. Juni 2020 starb Fryderyk in Krakau.

Eine Filmaufnahme vom 24.8.2018 hält seine letzte Begegnung mit über 100 Schüler*innen in Limburg fest
https://www.youtube.com/watch?v=Xz7HHdMcovg&t=7s

© Grölz/Malkmus

Als Zeitzeugin beim zweiten großen Zeitzeugenprojekt im Februar 2020, in Begegnung mit Schüler*innen von 13 Schulen im Gebiet des Bistums Limburg.

Krystyna Budnicka wurde am 8. Mai 1932 in Warschau als Hena Kuczer als achtes Kind einer strenggläubigen jüdischen Familie geboren. Sie hatte sechs Brüder und eine Schwester. Im Juli 1942 wurden zwei ältere Brüder von Hena mit ihren Familien in das Vernichtungslager Treblinka abtransportiert und dort ermordet. Anfang 1943 versteckte sie sich mit ihren Eltern, ihren Geschwistern und einer Schwägerin in einem selbstgebauten unterirdischen Bunker im Ghetto. Dort überlebten sie den Aufstand im Ghetto. Monate später wurde der Bunker entdeckt. Die Flucht überlebten nur Hena und ihre Schwägerin. Hena fand zuletzt Unterschlupf bei der Familie Budnicki. Im Oktober 1944 wurde Hena von Nonnen in ein Waisenhaus unter den Namen Krystyna Budnicka aufgenommen.

Sie arbeitete später als Sonderschullehrerin. Seit 1990 engagiert sie sich in der Vereinigung "Kinder des Holocaust". Krystyna Budnicka ist Ehrenbürgerin der Stadt Warschau.

Ihre Erinnerungen an den Warschauer Aufstand sind unter folgendem link zu sehen
https://www.youtube.com/watch?v=NyS5YkU2iKw

Ein einminütiges Video mit einem Bericht über ihr Leben findet sich unter
https://www.welt.de/politik/ausland/article139729862/Ich-atme-Warum-sollte-ich-mich-also-beschweren.html

© Grölz/Malkmus

Als Zeitzeugin beim zweiten großen Zeitzeugenprojekt im Februar 2020, in Begegnung mit Schüler*innen von 13 Schulen im Gebiet des Bistums Limburg.

Janina Reklajtis wurde zehnjährig mit ihrer Mutter nach Auschwitz deportiert, im August 1944 nach dem Aufstand in Warschau.  Dort wurde sie unter der Nummer 83043 registriert. Später wurde sie nach Berlin geschickt zur Zwangsarbeit. Dort wurde sie im Januar 1945 wurde von der Roten Armee befreit.

Eine Filmaufnahme von ihr findet sich unter dem link
https://media.sodis.de/open/bpb/auschwitz_heute_reklajtis.mp4

© Grölz/Malkmus

Als Zeitzeugin beim zweiten großen Zeitzeugenprojekt im Februar 2020, in Begegnung mit Schüler*innen von 13 Schulen im Gebiet des Bistums Limburg.

Elzbieta Podbielska hat ihr Leben lang unter den Erfahrungen gelitten, die ihre Mutter als Schwangere in Auschwitz-Birkenau machen musste. Kurz vor der Befreiung wurden sie und ihre eigene Mutter auf einen Todesmarsch geschickt, den die beiden Frauen nur überlebt haben, weil sie sich verstecken konnten. Elzbieta Podbielska wurde im April 1945 als ein ausgesprochen schwächliches und krankes Kind geboren. Ihre Mutter selbst litt bis zu ihrem Tod unter schwersten Depressionen und hat das Haus kaum verlassen, was auch das Heranwachsen von Elzbieta Podbielska stark beeinflusst hat.

© Grölz/Malkmus

Als Zeitzeugin beim zweiten großen Zeitzeugenprojekt im Februar 2020, und beim ersten online-Zeitzeugenprojekt 2021.

Anna Janowska-Ciońćka wurde am 5. Mai 1936 als Hanna Kleinberg in einer polnischen jüdischen Familie in Krakau geboren. Sie hatte eine vier Jahre ältere Schwester namens Ewa. Ihr Vater Roman war Zahnarzt und besaß eine eigene Praxis in Rabka, einem ca. 50 km südlich von Krakau gelegenen Kurort.
Mit dem Ausbruch des Zweiten Weltkriegs veränderte sich das Leben der Familie Kleinberg schlagartig. Hannas Vater wurde in die polnische Armee eingezogen und gelangte später in sowjetische Gefangenschaft. Er starb im Januar 1942 in Usbekistan an Typhus. Die Mutter, Alicja Kleinberg, blieb mit den beiden Töchtern Ewa und Hanna in Rabka, wohin auch die Großeltern Wilhelm und Antonina Kleinberg sowie die Großmutter Laura Paster zogen. Jedoch verschlechterte sich auch in Rabka die Lage der Juden zusehends. Im Januar 1940 wurde Hanna mit ihrer Mutter und Schwester aus ihrer Wohnung vertrieben und die Zahnarztpraxis des Vaters wurde beschlagnahmt. Sie wechselten danach mehrmals die Wohnung, bis sie schließlich ins Ghetto umziehen mussten. Im Mai 1942 wurden die beiden Großmütter bei einer Massenerschießung im Wald erschossen, im Juni der Großvater. Auch Hanna, ihre Mutter und die Schwester standen auf einer Liste der Juden, die "liquidiert" werden sollten. Dass sie überlebt haben, verdanken sie der Aufopferung einiger gutherziger Menschen.
Nach dem Krieg wuchs Anna Janowska, wie Hanna Kleinberg nun hieß, heran, machte das Abitur und studierte an der Technischen Hochschule Krakau. Frau Anna Janowska-Ciońćka ist verwitwet, hat zwei Kinder und fünf Enkelkinder. Sie lebt in Krakau und ist Mitglied des Vereins der "Holocaust-Kinder".

© Grölz/Malkmus

Als Zeitzeugin beim zweiten großen Zeitzeugenprojekt im Februar 2020, in Begegnung mit Schüler*innen von 13 Schulen im Gebiet des Bistums Limburg.

Anna Pliszka wurde am 26.2.1940 geboren und war im Warschauer Ghetto.

© Maximilian-Kolbe-Werk Freiburg

Als Zeitzeugin beim ersten Online-Zeitzeugenprojekt im Juni/Juli 2021.

am 30.12.1936 in Prag in einer jüdischen Familie geboren. Im Dezember 1942 wird die Familie Lauscher nach Theresienstadt deportiert. Als 6 jähriges Kind kommt Michaela dort zunächst ins Kinderheim, dann schwer krank in das Infektionskrankenhaus. 1944 erlebt sie die „Verschönerungsaktion“ in Theresienstadt und die Rückkehr der Todesmärsche in das Lager.

© Takis Würger

Als Z(w)eitzeuge beim ersten Online-Zeitzeugenprojekt im Juni/Juli 2021.

„Ich will, dass Menschen hören oder lesen, was passiert ist.“ sagte der 1925 in Straßburg geborene und 2018 in Tel Aviv gestorbene Noah Klieger. Die Nummer 172345 wurde ihm 1943 in Auschwitz auf den Unterarm tätowiert. Takis Würger hat die „Erinnerungen eines jüdischen Helden“ in einem „bewegenden, erschütternden, wunderbaren Buch“ festgehalten und erzählt Noah Kliegers Geschichte.

© privat

Als Zeitzeuge beim ersten Online-Zeitzeugenprojekt im Juni/Juli 2021.

Geboren 1931 in Berlin, erlebte er dort die "Kristallnacht" in Berlin. Seine Eltern hatten in ihrem Tante-Emma-Laden auch jüdische Kunden. Mit den jüdischen Nachbarskindern Edith und David spielte er. Nach Kriegsbeginn kam er nach Zakopane, wo er sich mit polnischen Kindern anfreundete. Mit knapp 14 Jahren wurde er als "Volkssturmmann" eingezogen. Heranrückende amerikanische Soldaten aus Richtung Dachau zeigten ihm selbst fotografierte Aufnahmen vom Grauen des dortigen KZ.

© privat

Als Zeitzeugin beim ersten Online-Zeitzeugenprojekt im Juni/Juli 2021.

Geboren 1945 in Magdeburg als Tochter von Shoah-Überlebenden, aufgewachsen in Frankfurt/M. Als Jüdin der so genannten ‚zweiten Generation’, fühlt sie sich dem liberalem europäischen Judentum zugehörig und wehrt sich gegen eine Holocaust-Opfer-Rolle. Der 1963 in Frankfurt/M beginnende Auschwitz - Prozess mit seinen 180 Verhandlungstagen, in all dem Grauen die Geschichte ihres Volkes als Geschichte des Leidens zu erfassen, brachten sie wie im Trotz zu der unwiderruflichen Erkenntnis: "Ich bin eine lebende jüdische Deutsche" Durch ihre Arbeiten möchte sie mit jüdischem Leben heute in Deutschland bekannt machen und so Brücken der Verständigung schlagen. Mit ihrer Dialogarbeit will sie die Anerkennung für den fremden Anderen wecken.

© Maximilian-Kolbe-Werk

Wurde am 25. März 1945 im Konzentrationslager Ravensbrück geboren. Nach dem Warschauer Aufstand kam seine Mutter Waleria in den ersten Augusttagen 1944 zusammen mit ihrer Mutter und Schwester nach Bergen-Belsen und danach nach Ravensbrück. Am 24. April 1945 kam die Mutter mit ihrem Säugling im Rahmen einer Hilfsaktion des Schwedischen Roten Kreuzes nach Schweden. Im Oktober 1945 kehrte die Mutter mit ihrem Sohn nach Polen zurück.

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