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Erstes großes Zeitzeugenprojekt 2018 im Bistum Limburg

Vom 20. - 24. August 2018 begegneten im Limburger Priesterseminar Schüler*innen polnischen Überlebenden der NS-Diktatur
Erstes großes Zeitzeugenprojekt 2018 im Bistum Limburg
Erstes großes Zeitzeugenprojekt 2018 im Bistum Limburg
© Matthias Cameran / Marc Fachinger

„Kind … 17 Jahre … zu meiner Mutter!“ Wenn der 91jährige Fryderyk Jakimiszyn aus seinem Leben und der Zeit in verschiedenen Konzentrationslagern Polens erzählt, kann man eine Stecknadel fallen hören. Im Angesicht des Karabiners eines deutschen Wachsoldaten, der ihn erschießen will, umfasst er dessen Beine und küsst dessen Stiefel – und bekommt schließlich das Leben geschenkt. Fryderyk ist einer von 4 Zeitzeugen, die auf Einladung des Referats Berufliche Schulen/Religionspädagogisches Amt nach Limburg gekommen sind. Für gut eine Woche waren Bogdan Chrzescianski, Irena Szczurek, Zofia Wareluk und Fryderyk Jakimiszyn Gäste im Bischöflichen Priesterseminar.

In Kooperation mit dem Maximilian-Kolbe-Werk, der Stadt Limburg und der Stiftung „Demokratie leben“ hatte Marc Fachinger dieses Zeitzeugenprojekt organisiert. Dabei halfen ihm 5 Student*innen aus Frankfurt und Gießen: Coleen Bradford, Franciska Curcic, Lisa Heinrich, Randi Schmidt und Leon Steurer, sowie 5 Dolmetscherinnen: Barbara Schiller, Magdalena Maxein, Margarete Gora, Jutta Renner und Marianne Drechsel-Gillner.

Über 1.100 Schülerinnen und Schüler aus 15 Schulen im Gebiet des Bistums Limburg haben sich in die schreckliche Zeit der Naziherrschaft über Polen mit hinein nehmen und aus versehrten Leben erzählen lassen. Es sind Lebensgeschichten und Erfahrungen, die unvorstellbares Grauen aus der Geschichte lebendig werden lassen, die zutiefst anrühren und betroffen machen. Unmenschliche Lagerrealität, Todesmärsche,  aber auch immer wieder Hoffnung und Erfahrungen von Hilfe, Glück und Vertrauen. „Für Schülerinnen und Schüler ist es unwahrscheinlich wichtig, in Kontakt mit der Generation der Zeitzeugen zu kommen und diese als die Letzten fragen zu können. Die authentische Begegnung ist etwas anderes als die Darstellung in einem Geschichts- oder Religionsbuch.“ So Marc Fachinger. „Die jungen Menschen begegnen in den Zeugnissen der polnischen Überlebenden des NS-Regimes trotz all der Grausamkeit auch einer tiefen Menschlichkeit und Achtung vor dem Leben.“       

Die Tiefe der Fragen der Schülerinnen und Schüler ließ deutlich werden, wie viel echtes persönliches Interesse geweckt wurde. Und auch die Frage nach Gott in all dem wurde gestellt.

© Matthias CameranFryderyk Jakimiszyn mit Dolmetscherin Jutta Renner (re.) und Marc Fachinger (li.)
© Matthias CameranFryderyk Jakimiszyn mit Dolmetscherin Jutta Renner (re.) und Marc Fachinger (li.)
© Matthias CameranIrena Szczurek erzählt von ihrer jüdischen Familie.
© Matthias CameranBogdan Chrześciański mit seiner Dolmetscherin Malgorzata Gora.
© Matthias CameranZofia Wareluk, am 3.Januar 1945 im Vernichtungslager Auschwitz-Birkenau geboren.
Das Organisations- und Moderatorenteam Lisa Heinrich, Leon Steurer, Franciska Curcic, Randi Schmidt, Coleen Bradford und Marc Fachinger.

Presseartikel

Über die öffentlichen Abendveranstaltungen am Dienstag, 21.August und am Mittwoch, 22. August 2018 berichtete die Nassauische Neue Presse.

Erinnerungen an das Grauen. Zwei Zeitzeugen der NS-Verbrechen schildern ihre schlimmen Erlebnisse. NNP, 24.8.2018

 

Holocaust. Zeitzeugin Irena Szczurek berichtet: Vom Kindermädchen gerettet. NNP, 25.8.2018

Denk an die Tage der Vergangenheit, lerne aus den Jahren der Geschichte! Frag deinen Vater, er wird es dir erzählen, frag die Alten, sie werden es dir sagen.

Dtn 32,7

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